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911 und Taycan
Porsche zwischen Tradition und Innovation

Ein Jahr voller Höhepunkte: Hamburger Sportwagenfans erfreuen sich an der Markteinführung des neuen Porsche 911 und der Weltpremiere des ersten vollelektrischen Porsche, dem Taycan. Mit der Einführung des „Ur-Elfer“ 1963 schreibt der Porsche 911 immer wieder neue Rekord-Geschichten – durch Innovationen wie den Targa-Überrollbügel, der Maßstäbe in Sachen Sicherheit setzte, oder den weltweit ersten serienmäßigen Heckspoiler, der als „Entenbürzel“ bekannt wurde und das Fahrgefühl des 911 maßgeblich prägte. Und doch sind es mehr als technische Details, die den 911 zum „pulsierenden Herzen von Porsche“ machen. Es ist die einzigartige Kombination aus Performance, Effizienz und zeitlosem Design, die sich durch die 55-jährige Geschichte des Sportwagens zieht und seine Legende begründet hat.

Ein moderner Porsche
Porträtfoto von Steffen Knies
Steffen Knies, Geschäftsführer Porsche Zentrum Hamburg Nord-West

Mehr als eine Million Porsche 911 haben die Produktion in Stuttgart-Zuffenhausen bislang verlassen und der Großteil von ihnen ist vermutlich nach wie vor auf deutschen und internationalen Straßen unterwegs. Denn erstmals in der Geschichte des jährlichen TÜV-Reports schaffte es mit dem 911 ein Modell, durch die geringste Quote erheblicher Mängel in allen Altersklassen den ersten Platz zu erreichen. „Porsche baut einfach Technik, die hält“, schlussfolgerten die Tester. Auch die neue, achte Generation der Porsche-Ikone begeistert Ästheten und Technik-Fans gleichermaßen. Die einen kommen angesichts des muskulösen, unverwechselbaren Exterieurs und des komplett neuen, von einem 10,9 Zoll großen Centerscreen geprägten Interieurs ins Schwärmen. Technische Innovationen begeistern die anderen, sei es das neu entwickelte Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe, der Porsche Wet Mode für ein noch sichereres Fahrverhalten auf nassen Straßen oder die umfassende Konnektivität, die Schwarm-Intelligenz nutzt.

Ende diesen Jahres beginnt mit einem weiteren Mitglied der Modellpalette eine völlig neue Zeitrechnung bei Porsche: Seit 2015 wurde unter dem Titel „Mission E“ am Stammsitz in Zuffenhausen an einem Fahrzeug gearbeitet, das die Sportwagenwelt auf den Kopf stellen wird. Die Zahlen sprechen für sich, mehr als sechs Milliarden Euro investiert Porsche bis 2022 in Elektromobilität und stellt 1.500 neue Mitarbeiter alleine im Zuge der Einführung des neuen Modells ein. Darüber hinaus startete Porsche eine beispiellose digitale Wissensoffensive, denn analog zur Modellweiterentwicklung sollen auch die Mitarbeiter für die Zukunft fit gemacht werden. Ihnen steht eine digitale Lernplattform mit mehr als 1.400 Lernangeboten zur Verfügung - Videos, Workshops und Qualifizierungen bereiten die Belegschaft auf neue Tools, Systeme und technische Veränderungen vor.

Mit dem Taycan wird nun der erste vollelektrische Porsche in die deutschen Porsche Zentren einziehen. Der Name bedeutet sinngemäß „lebhaftes, junges Pferd“ und greift damit den Mittelpunkt des Porsche-Wappens auf: Seit 1952 ist hier ein springendes Ross zu sehen. „Der Taycan wird ein echter Porsche werden“, so Baureihenleiter Stefan Weckbach. Zugleich signalisiert der aus dem orientalischen Sprachraum stammende Name: Hier kommt der erste Elektro-Sportwagen mit der Seele eines Porsche. Die bescheinigt dem Taycan auch Rallye-Legende Walter Röhrl, der den Prototyp im Auftrag des Entwicklerteams mehrfach testete: „Es ist ein Wahnsinn, so eine Performance hatte ich in all meinen Rallyejahren nicht. Wenn ich mit verbundenen Augen fahren müsste, dann wüsste ich trotzdem sofort, dass ich in einem Porsche sitze.“

Auch die Leistungsdaten zeugen von der einzigartigen Performance des Taycan: Zwei permanent-erregte Synchronmotoren (PSM) mit einer Systemleistung von mehr als 600 PS (440 kW) beschleunigen den Elektro-Sportler in deutlich weniger als 3,5 Sekunden auf Tempo 100 und in unter zwölf Sekunden auf 200 km/h. Hinzu kommt eine von Elektrofahrzeugen bisher unerreichte Dauerleistung: Mehrere Beschleunigungsvorgänge sind direkt nacheinander ohne Leistungsverlust möglich. Die maximale Reichweite beträgt über 500 Kilometer gemäß NEFZ. Der Allradler verfügt über eine 800-Volt-Architektur und ist für das Laden am Schnellladenetz vorbereitet. Hier lässt sich in nur rund vier Minuten Energie für 100 Kilometer Reichweite nachladen (nach NEFZ).

Elektromobilität ist die Zukunft der Automobilindustrie, davon ist man bei Porsche überzeugt. 2025 werden voraussichtlich mehr als 50 Prozent der ausgelieferten Modelle des Unternehmens elektrifiziert sein. Visionär und Firmengründer Ferdinand Porsche war seiner Zeit bereits weit voraus: Er stellte schon auf der Pariser Weltausstellung 1900 den Lohner-Porsche vor, ein Elektrofahrzeug mit einer Reichweite von 50 Kilometern – und wäre vermutlich schwer begeistert, dass Porsche auch mehr als 100 Jahre später noch der Branche vorausfährt.

Steffen Knies jedenfalls freut sich auf seine erste Fahrt mit dem Taycan: „Mit unserem Elektro-Sportler bleiben wir der Porsche-Tradition treu und schaffen dennoch ein hochmodernes und innovatives Fahrgefühl. Da werde ich selbst als eingefleischter 911er-Fan ganz aufgeregt.“

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