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Dr. Harald Vogelsang
Hamburgs Wandel finanzieren

Trotz Pandemie und Krieg bleibt der Klimawandel eine der dringlichsten Aufgaben unserer Zeit. Auch in Hamburg läuft der Umbau, hin zu einer nachhaltigeren Wirtschafts- und Lebensweise, auf Hochtouren. OPIUM sprach mit Dr. Harald Vogelsang, Chef der Hamburger Sparkasse, die ihre Kunden dabei tatkräftig unterstützt.

Herr Dr. Vogelsang, Ihr Haus will Hamburg auf dem Weg zu einer klimaneutralen Metropole begleiten. Was haben Sie vor?

Dr. Harald Vogelsang Der Umbau zu mehr Nachhaltigkeit ist das größte Investitionsprogramm unserer Zeit: Der Staat alleine kann das nicht stemmen. Die meisten Maßnahmen stehen in den Privathaushalten und Unternehmen an.  Und die benötigen dafür eine gute Finanzberatung, ausreichend Kreditmittel und nachhaltige Geldanlagen. Banken wie die Haspa spielen daher eine Schlüsselrolle.

Sind regionale Institute wie die Haspa denn die richtige Adresse für globale Probleme?

Dr. Harald Vogelsang Als Sparkasse ist Nachhaltigkeit sozusagen unsere DNA. Wir erwirtschaften Erträge, die dann für die Entwicklung der Region wiedereingesetzt werden. Das gilt ganz besonders für die Haspa, die seit ihrer Gründung im Jahr 1827 jeden Euro, den sie verdient, vollständig wieder ihrem Eigenkapital zuführt und damit in sich schon ein nachhaltiges Unternehmen ist. Das macht uns zum idealen Partner, wenn es darum geht, den Wandel zu einer nachhaltigen Ökonomie mitzugestalten.

Hamburg will beim Klimaschutz vorangehen. Was sind die größten Herausforderungen?

Dr. Harald Vogelsang Um die Metropolregion zukunftsfähig zu machen, stehen gleich mehrere große Themen an: Die Energiewende, die Verkehrswende, die Wärmewende. Dafür müssen ökologische, soziale und wirtschaftliche Belange in Einklang gebracht werden. Sonst verlieren wir die Akzeptanz für den Wandel. Darüber hinaus lernen wir gerade wieder, wie wichtig es ist, nicht von unzuverlässigen und ungeeigneten Partnern abhängig zu sein. Wir erleben gerade das Ende der unbekümmerten Globalisierung. Und wir lernen, wie unverzichtbar es ist, unsere Freiheit im Zweifel auch gegen Aggressoren verteidigen zu können. Das alles muss gleichzeitig unter einen Hut gebracht werden – eine Mammutaufgabe.

Wie kann die Haspa dabei unterstützen?

Dr. Harald Vogelsang Wir sorgen dafür, dass der anstehende Wandel finanzierbar wird und möglichst viele davon profitieren. Im ersten Schritt geht es um Transparenz. Es gibt unzählige Möglichkeiten für nachhaltige Geldanlagen, nachhaltige Investitionen und Förderungen. Wir bieten uns als Lotse an, der zur passenden Lösung führt.

Welche konkreten Angebote kann die Haspa machen?

Dr. Harald Vogelsang Es geht vor allem darum, ausreichend Kreditmittel bereitzustellen. Zum Beispiel im Bereich Bauen und Wohnen. Gebäude sind heute für einen großen Teil der Emissionen verantwortlich. Da ist sehr viel zu tun. Wir finanzieren viele innovative Bauprojekte wie das Holzhochhaus Roots in der Hafencity oder Oberbillwerder, das antritt Europas nachhaltigster Stadtteil zu werden. Viel Kapital wird auch für die energetische Modernisierung von Bestandsimmobilien benötigt. Dazu kommt eine gute Absicherung gegen Klimaschäden.

Was kann ich als Privatanleger tun?

Dr. Harald Vogelsang Nachhaltig anlegen. Das Angebot nachhaltiger Fonds wächst von Tag zu Tag. Unsere rund 800 Anlageberater:innen sprechen das Thema bei jedem Anlagegespräch aktiv an. Aktuell fließt schon jeder zweite Euro in nachhaltige Anlageprodukte. Das ist gut für die Umwelt und gut für alle Anleger:innen, die auf diese Weise an den Zukunftsbranchen partizipieren.

Welchen Beitrag leistet die Haspa im eigenen Hause?

Dr. Harald Vogelsang Natürlich arbeiten wir auch selber daran, unseren CO2-Fußabdruck zu reduzieren. Bis 2025 wollen wir im Geschäftsbetrieb klimaneutral sein.

Welche Rolle spielen dabei die Filialen?

Dr. Harald Vogelsang Auch dort wird natürlich kräftig Energie gespart, zum Beispiel durch weniger Papier oder die Umrüstung auf LED. Aber auch das neue Filialkonzept als Treffpunkt für die Nachbarschaft hat nachhaltige Effekte. Unsere Filialteams vernetzen Initiativen und Projekte und sorgen dafür, dass es in den Stadtteilen vorangeht. Sie geben nachhaltigen Unternehmen eine Bühne und laden zu Beratungs- und Informationsveranstaltungen ein. Oft packen sie auch ganz einfach mit an, zum Beispiel bei Hilfsaktionen für Kriegsgeflüchtete aus der Ukraine oder bei der Aktion „Hamburg räumt auf“.

Und wie stehen Sie persönlich zum Thema Nachhaltigkeit?

Dr. Harald Vogelsang Meine persönliche CO2-Bilanz dürfte sich in den letzten Jahren verbessert haben. Ich habe schon immer den Urlaub in Nordeuropa - am liebsten an Nord- und Ostsee - den Fernreisen mit Flügen um den Erdball vorgezogen. Und seit einem Jahr fahre ich regelmäßig mit dem Rad zur Arbeit und zu Kundenterminen. Das ist gut für die Umwelt und für die Gesundheit.

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