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Michael Manfred Fischer
Der Sonne entgegen

Michael Manfred Fischer, Gründer und CEO des internationalen Solarbau-Spezialisten SMP Montage, hat Solarkraftwerke jeder Art geplant und umgesetzt – viele davon neu und ungewöhnlich, einige spektakulär: die energetische Sanierung für die längste Skihalle der Welt, die größte Einzeldach-Solaranlage der Niederlande auf einem Logistikzentrum in Venlo, eines der ersten europäischen Solar-Megaprojekte ohne staatliche Förderung in Portugal, den größten Solarpark Deutschlands, der aktuell in Brandenburg entsteht. Er sprach mit uns über sauberen Strom, Solarinvestitionen für Anleger und unternehmerische Verantwortung in Zeiten von Corona.

Michael Manfred Fischer steht an Geländer, blickt nach rechts
Michael Manfred Fischer, als CEO der SMP Montage GmbH verantwortlich für die planerische und bauliche Umsetzung der Solar-Großprojekte (Foto © Beate Zoellner)

Solar, Wind, Wasserkraft: Kaum ein anderer Wirtschaftszweig wächst weltweit so rasant wie der Renewables-Sektor. Aber lohnt sich Solar in Nordeuropa überhaupt? Lohnt es sich in Deutschland?

Michael Manfred Fischer Unbedingt. Die Technologien, die beim Bau von Solarkraftwerken zum Einsatz kommen, haben in den letzten Jahren noch einmal enorm an Leistung zugelegt. Die Solarzellen in den Modulen sind sensibler und weniger anfällig. Ein modernes Mono-PERC-Hochleistungs-Modul erbringt mittlerweile deutlich mehr Leistung als die Poly-Module, die noch 2018 verbaut wurden. Das heißt konkret: Auf der gleichen Grundfläche können Sie heute einen um 20% höheren Stromertrag erzielen als noch vor zwei Jahren. Da wird es dann nicht nur für die sonnigen Länder interessant, sondern auch für uns, z. B. in Brandenburg, wo wir gerade den größten Solarpark Deutschlands bauen. 187 MW Nennleistung auf einer Fläche von 209 Hektar. Das sind rund 293 Fußballfelder. Oder ein Mal Monaco mit 203 Hektar. Der Solarpark Weesow ist außerdem der erste in Deutschland, der ganz ohne staatliche Förderung auskommt. Das heißt: Der Park trägt sich selbst.

Luftaufnahme des SMP Montage Solar-Megaprojekts in Ourique, Portugal
In Ourique, Portugal, hat SMP Montage 2018 eines der ersten gänzlich förderfreien Solar-Megaprojekte Europas realisiert. Nennleistung: 68 MW.

Wie dürfen wir uns das genau vorstellen?

Michael Manfred Fischer Überall in Europa laufen staatliche Subventionsprogramme aus. Bau und Betrieb eines Solarparks müssen jedoch refinanziert werden. Das wird zunehmend durch Stromverkaufsvereinbarungen erreicht, so genannte PPAs, die die Direktvermarktung des erzeugten Stroms regeln. Diese Vereinbarungen decken oftmals die gesamte Lebensdauer eines Parks ab. Der 68-Hektar-Solarpark, den wir letztes Jahr in Portugal gebaut haben, war eines der ersten förderfreien europäischen Solar-Großprojekte. Die Vereinbarung für diesen Park läuft beispielsweise über 20 Jahre.

Luftaufnahme der Skihalle Alpincenter Bottrop mit Solarmodulen
Die Skihalle Alpincenter Bottrop beherbergt die längste Indoor-Skipiste der Welt. Die Halle wurde 2011 von SMP Montage energetisch saniert.

Stromverkaufsvereinbarungen sorgen also jetzt anstelle der staatlichen EEG-Förderung dafür, dass sich der Solarpark amortisiert?

Michael Manfred Fischer Für den Bauherren, die Betreibergesellschaft, die Kommune und natürlich auch für die Investoren, die sich bei dem Projekt finanziell einbringen. Staatliche Förderung ist aktuell fast überall vom Tisch. Wir gehen jetzt immer häufiger neue Wege, denken um. Es geht nicht mehr nur um attraktive Renditen, sondern immer auch um die Sinnhaftigkeit eines Projekts. Viele Menschen wollen etwas Neues auf den Weg bringen, etwas Gutes – eine lebenswerte Zukunft für uns alle, insbesondere auch für die Generationen, die nach uns kommen.

„Corona zwingt uns, als Gesellschaft umzudenken.“

Gerade jetzt zwingt uns Corona, als Gesellschaft umzudenken. Da bist du auch als Unternehmer in der Verantwortung. Wir leben plötzlich in einer Welt, in der die alten Muster nicht mehr greifen. Qualität, Planbarkeit, Sicherheit, Wirtschaftlichkeit, Zusammenarbeit – das alles sind Eckpfeiler der deutschen Industrie, die wir radikal neu denken müssen, wenn wir sie nicht aufgeben wollen. Wir fragen uns, was ist wirklich wichtig, wie stellen wir uns unsere Zukunft vor? Dazu gehört für mich persönlich natürlich auch die Energiefrage. Wie können wir umweltfreundlicher produzieren? Nachhaltiger wirtschaften? In Projekte investieren, die die Welt nicht kaputt machen, sondern die unsere Ressourcen schonen. Der Park in Brandenburg wird z.B. auf unserem eigenen SMP-Montagesystem gebaut, einer komplexen, patentierten Stahlkonstruktion, die wir selbst hier vor Ort entwickelt haben und auch hier in Deutschland produzieren lassen.

Think global, act local?

Michael Manfred Fischer Wann immer es möglich ist. Wenn Sie etwas verändern wollen, können Sie ja nur dort anfangen, wo Sie stehen. Wir bauen in Weesow den größten Solarpark in Deutschland und der versorgt bald 50.000 Haushalte und spart 129.000 Tonnen CO² ein – jedes Jahr. Für mich ist das ein gutes Gefühl. Nicht nur als Unternehmer, sondern vor allem als Mensch.

Michael Manfred Fischer (links) und Jochen James Fischer
Michael Manfred Fischer (links) & Jochen James Fischer, Mitgründer und Gesellschafter der Beteiligungsgesellschaft CLUDEA CAPITAL AG (Auftraggeber und Projektfinanzierer) (Foto © Beate Zoellner)

Gesetzt den Fall, jemand hat z.B. 250.000 Euro, die er gern investieren möchte: Könnte er sich damit an einem Solarpark wie dem in Brandenburg beteiligen oder ist das nur etwas für Großunternehmen und Konzerne?

Michael Manfred Fischer Das ist theoretisch möglich. Viele unserer Großprojekte sind Investorenprojekte, auch im übrigen Europa. In Andalusien realisieren wir z.B. im kommenden Jahr mit der Hamburger CLUDEA CAPITAL AG voraussichtlich zwei Solarparks, jeweils mit rund 65 Hektar Fläche und 20 bzw. 30 MW Leistung, die dann in der Region einen wesentlichen Beitrag zur Stromversorgung leisten werden. Das Investitionsvolumen liegt etwa bei 60 Mio. Euro. Investoren wie CLUDEA CAPITAL sind auch privaten Mitinvestoren gegenüber offen. Es ist allerdings so: Vor dem Hintergrund der Gesamtinvestition stellt ein Investment von 250.000 Euro eher die absolute Untergrenze dar.

Und als Unternehmen? Könnte man da bei Ihnen anrufen und sagen, wir wollen eine Solaranlage auf dem Dach unserer Werkshalle, die unseren Strombedarf in der Produktion deckt?

Michael Manfred Fischer Eher nicht. SMP Montage baut Solarkraftwerke ab 100 kW. Zum Vergleich: Eine Anlage auf einem typischen Wohnhaus hat 5 kW, vielleicht auch etwas mehr. Ein Solarkraftwerk auf einem 1.000 m² Industriedach kommt je nach Sonneneinstrahlung und Modulausrichtung auf 100 kW. Damit könnte ein kleineres Unternehmen vielleicht einen Teil des eigenen Strombedarfs decken. Aber das ist natürlich kein Vergleich mit einem unserer großen Parks, die sauberen Strom für eine mittlere Kleinstadt liefern und dabei hunderttausende Tonnen CO² einsparen.

„Wir bauen in Weesow den größten Solarpark Deutschlands.
Dieser versorgt bald 50.000 Haushalte und spart jedes Jahr
129.000 Tonnen CO² ein. Ein gutes Gefühl.“

SMP-MontageSMP-Montage – Der deutsche Solarbau-Pionier auf einen Blick

  • Ein von SMP mitentwickeltes Verfahren zur maximalen Grundflächenausnutzung beim Bau von Solar-Großparks ist heute weltweit Industriestandard
  • 2011 energetische Sanierung des Alpincenters Bottrop, Heimat der längsten Indoor-Skipiste der Welt. 2017 folgt die niederländische SnowWorld in Landgraaf, Europas größte Skihalle, mit der weltweit einzigen offiziellen Indoor-FIS-Rennstrecke
  • 2014 Bau des zweitgrößten Solarparks Großbritanniens in Wales, mit 52 Hektar Fläche in etwa so groß wie 73 Fußballfelder
  • 2017 nimmt die Financial Times SMP Montage als eines der wachstumsstärksten europäischen Unternehmen in die Liste der „FT 1.000“ auf. Der „FOCUS“ wählt SMP unter seine 500 deutschen Wachstums-Champions
  • Die größte Photovoltaik-Einzeldachanlage der Niederlande entsteht 2018 auf dem Dach eines Logistikzentrums in Venlo – mit 8 Hektar (das sind etwa 11 Fußballfelder) ist das Dach so groß und zugleich so empfindlich, dass für die Anlieferung des Baumaterials eigene temporäre Lieferwege auf der Fläche verlegt werden müssen
  • Noch bis Weihnachten baut SMP Montage in Weesow, Brandenburg, als Ausführungspartner der EnBW AG Deutschlands größten Solarpark mit 187 MW und 209 Hektar Fläche (rund 293 Fußballfelder). Der Park wird jährlich 129.000 Tonnen CO² einsparen

SMP Solar Montage & Planungsgesellschaft mbH
Neuer Wall 18 · 20354 Hamburg
www.smp-montage.de · info@smp-montage.de

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