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Barber House
Dedicated to Gentlemen

Barber Shops sind etwas für vollbärtige Hipster. Oder etwa nicht? Wer das Barber House im Kontorhausviertel betritt, wird schnell eines Besseren belehrt. „Barbiere sind Herrenfriseure“ steht bereits auf einem Schild auf dem Gehweg. Hinter der wunderschönen Neorenaissance-Fassade am Hopfensack öffnet sich ein stilvolles Ambiente, das aus einer anderen Zeit zu stammen scheint und gleichzeitig modern und zeitgemäß wirkt.

Dunkles Holz, Leder und Marmor, an den Wänden die historischen Hamburg-Aufnahmen des Fotografen John Holler, dazu junge Barbiere in ihren klassischen, weißen Jacken – die Atmosphäre ist sophisticated und doch entspannt. Geschaffen hat diese Welt Dirk Schlobach, Gründer und Inhaber des Barber House mit inzwischen insgesamt fünf Standorten in München und Hamburg.

An diesem Vormittag sind die Bartträger hier in der Minderheit. Geht es also gar nicht nur um den Bart und die Rasur?

Dirk Schlobach Richtig beobachtet. Wir sind ein klassischer Herrensalon. Viele denken bei Barbieren nur ans Rasieren, das Haareschneiden hat aber immer schon dazugehört. Im Mittelalter übrigens auch das Zähneziehen und Amputationen. Aber das überlassen wir heute besser anderen. Barbiere sind spezialisierte Herrenfriseure, die ihr Handwerk deutlich besser beherrschen als herkömmliche Friseure.

Das klingt ambitioniert und selbstbewusst. Wie kommen Sie darauf?

Dirk Schlobach Im deutschen Friseurhandwerk liegt weder in der Ausbildung, noch später im Beruf der Fokus auf Herrenhaarschnitten. Ganz im Gegenteil: Männer werden meistens „dazwischengeschoben“. Zwischen Dauerwelle und Strähnchen passt immer noch ein Herrenhaarschnitt. Bei uns ist das anderes. Da steht der Mann im Mittelpunkt. Unsere international erfahrenen Barbiere stellen ihre Handwerkskunst in den Dienst des modernen Gentleman.

Wie muss ich mir einen Termin zum Haareschneiden im Barber House vorstellen?

Dirk Schlobach Zunächst einmal legen wir Wert auf die individuelle Beratung. Der Haarschnitt muss zum Kunden passen und seine Haarstruktur berücksichtigen. Danach wird das Haar gewaschen. Dazu müssen Sie den Stuhl nicht verlassen. Es wird direkt am Arbeitsplatz gewaschen. Und zwar vom Barbier höchstpersönlich. Haarewaschen ist ein recht intimer Akt, der wird bei uns nicht an einen Azubi abgegeben. Nach dem Haarschnitt werden die Haare noch ein zweites Mal gewaschen. Viele unserer Business-Kunden wissen das sehr zu schätzen. Die Schnitthaare sind vom Kopf und können so nicht auf dem Hemdkragen oder der Schulter landen. Ein kleine Kopfmassage ist auch immer inklusive und verschafft zusätzliche Entspannung. Zum Schluss wird gefönt und gestylt. Am Ende verlässt der Kunde gut erholt und frisch gestylt unseren Laden.

Mir fällt auf, dass es hier sehr ruhig zugeht. Sie sprechen viel von Entspannung und Erholung. Wie wichtig ist dieser Aspekt?

Dirk Schlobach Für viele Männer ist der Termin beim Friseur ein notwendiges Übel, das Geld und Zeit kostet. Ein Besuch im Barber House soll eine kleine Auszeit vom Alltag sein, einen echten Mehrwert bieten. Wir haben hier ein Refugium der Entschleunigung geschaffen. Das beginnt bei der Farbgebung, den verwendeten Materialien, unseren alten Apothekenschränken und den erlesenen Getränken, die wir ausschenken, spiegelt sich aber auch in der ruhigen Art, wie unsere Barbiere ihre Kunden bedienen, wider. Das Barber House folgt einem Gesamtkonzept: Die besondere Atmosphäre, das handwerkliche Können unserer Barbiere, ein kuratiertes Sortiment hochwertiger Pflegeprodukte wie Acqua di Parma, Bon Parfumeur oder Mühle Rasurkultur und auch unsere kosmetischen Dienstleistungen – alles ist auf den modernen, anspruchsvollen Mann ausgerichtet, dem Qualität wichtig und etwas wert ist.

Kosmetische Dienstleistungen? Was verbirgt sich dahinter?

Dirk Schlobach Neben Maniküre und Pediküre sind das Haarentfernungen durch Sugaring oder Waxing sowie Gesichtsbehandlungen. Auch hier unterscheiden wir uns schon auf den ersten Blick von dem „normalen“ Kosmetikstudio. Kein Pink, kein Weiß, sondern warme, dunkle Farben und viel Echtholz schaffen eine Atmosphäre, in der sich Männer wohlfühlen. Das ist gerade deshalb so wichtig, weil viele Männer noch – um es vorsichtig zu formulieren – Vorbehalte oder Berührungsängste gegenüber dem Thema Kosmetik haben. Deshalb überfordern wir unsere Kunden auch nicht mit komplizierten Treatments. Viele fangen mit einer Pediküre oder Maniküre an und werden dann neugierig, fragen nach, was wir darüber hinaus anbieten.

Welche Formen der Haarentfernung werden denn besonders nachgefragt? Und von wem?

Dirk Schlobach Ob Sugaring oder Waxing entscheidet der Kunde. Beliebt ist die Haarentfernung am Rücken und auf der Brust oder auch an den Beinen. Diese Leistungen werden oft von Sportlern nachgefragt, zum Beispiel von Radfahrern oder Schwimmern. Aber es gibt natürlich auch Männer, die das aus rein ästhetischen Gründen machen.

Das erste Barber House haben Sie 2014 eröffnet, den Hamburger Standort gibt es inzwischen seit fünf Jahren, hat sich in dieser Zeit die Einstellung der Kunden zu Pflege und Kosmetik verändert?

Dirk Schlobach In den Anfangsjahren hat sicher der Barttrend dazu beigetragen, dass Männer bewusster mit dem Thema Pflege umgehen. Inzwischen liegt das Verhältnis Rasur zu Haarschnitt bei uns bei etwa 30 zu 70 und wir stellen fest, dass unsere Kunden ungezwungener an das Thema herangehen. Das gilt im Übrigen für alle Altersgruppen. So wie es für viele selbstverständlich ist, Sport zu treiben, um sich fit zu halten, sind auch der typgerechte, handwerklich gute Haarschnitt oder die regelmäßige Bartpflege eine Selbstverständlichkeit geworden. Bei der Kosmetik haben wir Männer vielleicht noch etwas Nachholbedarf. Da ist noch Luft nach oben.

Barber House
Hopfensack 6 · 20457 Hamburg
www.barberhouse.com · T 040 3009 1838

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