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Dana Schweiger
Balance & Selbstbewusstsein

Dana Schweiger wurde am 29. Februar 1968 in Seattle, Washington, geboren und wuchs in den USA auf. Nach ihrem Betriebswirtschaftsstudium entschied sie sich, Kosmetikerin zu werden, und erhielt am Swiss Skin Care Institute in Seattle ihr internationales Zertifikat, ergänzt durch ein Studium der Kosmetikchemie an der UCLA.

In den 1990er-Jahren startete sie ihre Modelkarriere und arbeitete unter anderem für Calvin Klein, Valentino, Yohji Yamamoto und H&M. 1995 heiratete sie den deutschen Schauspieler Til Schweiger, mit dem sie vier Kinder hat. Nach der Trennung im Jahr 2005 blieb sie freundschaftlich mit ihm verbunden und zog 2016 gemeinsam mit ihrer Tochter Emma zurück in die USA. Neben ihrer Rolle als Mutter und Ehefrau blieb sie beruflich aktiv. Sie gründete gemeinsam mit anderen Unternehmerinnen die Firma „Bellybutton“, die sich auf Mode und Pflegeprodukte für Schwangere und Kinder spezialisiert. Mit ihrem ausgeprägten Geschäftssinn und einem guten Gespür für Trends machte sie die Marke in Deutschland erfolgreich. Ihre unternehmerischen Fähigkeiten zeigen, dass sie weit mehr ist als „nur“ das Model oder die Ex-Frau von Til Schweiger.

In einem Interview haben Sie gesagt, dass Sie heute mehr Gelassenheit in Ihrem Leben spüren. Was hat diesen Wandel bewirkt?

Dana Schweiger Ich nehme mich heute selbst weniger ernst. Mit den Jahren wird das Ego kleiner – und das bringt Ruhe. Man lernt, seine Energie gezielt einzusetzen und zu erkennen, was wirklich zählt. Ich gehe grundsätzlich davon aus, dass Menschen gute Absichten haben, und versuche, jeden Tag etwas Gutes zu tun – auch für jemanden, den ich vielleicht gar nicht kenne. Mein Motto ist: gute Energie schenken und negativen Vibes aus dem Weg gehen. Das Ergebnis ist Zufriedenheit im Moment und tiefe Dankbarkeit für das Leben, das ich führen darf.

Nach der Trennung von Til Schweiger und dem Umzug in die USA haben Sie sich beruflich neu orientiert. Wie gelang es Ihnen, Ihre Unabhängigkeit zu bewahren?

Dana Schweiger Meine Mutter hat mir immer beigebracht, unabhängig zu sein – aber mit vier Kindern ist das natürlich nicht immer leicht, auch wenn ich Unterstützung durch ein Au-pair und eine Haushaltshilfe hatte. Mit der Gründung der bellybutton GmbH habe ich ein Stück Freiheit für meine Seele gewonnen – gemeinsam mit wunderbaren Freundinnen, die als Partnerinnen an meiner Seite standen. Natürlich hätte ich mir gewünscht, mehr Zeit als Mutter zu Hause verbringen zu können. Auch finanziell brauchte es Zeit, bis ich wirklich auf eigenen Beinen stand. Aber ich konnte meine Kinder und mich versorgen – das zählt.

Was bedeutet für Sie heute „ankommen“ – privat wie beruflich?

Dana Schweiger Ankommen bedeutet für mich Anerkennung und die Fähigkeit, sich selbst tragen zu können. Und mit etwas Glück kommt auch ein kleines Stück Genuss dazu.

Sie haben die Marke bellybutton mitgegründet und erfolgreich aufgebaut. Welche Herausforderungen haben Sie dabei am meisten geprägt?

Dana Schweiger Die größte Herausforderung war wohl, bei vier Partnern aus der Schweiz die eigene Meinung einzubringen – auch ohne BWL-Abschluss. Ernst genommen zu werden und trotzdem den Spaß nicht zu verlieren, war mir wichtig. Wir haben viel gelacht, selbst in ernsten Momenten.

Nachhaltigkeit spielt in der Modebranche eine immer größere Rolle. Wie sind Sie diesem Thema begegnet?

Dana Schweiger Bellybutton hat schon früh auf recycelbare Verpackungen und natürliche Inhaltsstoffe gesetzt. Unsere Textilien bestanden aus Bio-Baumwolle und wurden in der Türkei produziert – fair gehandelt und ressourcenschonend.

Sie stehen seit Jahrzehnten in der Öffentlichkeit. Wie gehen Sie mit medialer Aufmerksamkeit um, und wie wichtig ist Ihnen Authentizität?

Dana Schweiger Ich arbeite seit meinem 17. Lebensjahr als Model und habe früh gelernt, mich selbst nicht zu ernst zu nehmen. Als Frau von Til habe ich mich nie groß dafür interessiert, was geschrieben wurde – außer es betraf meine Familie. Da bin ich sensibler. Aber die Presse lebt von Kontroversen und erzählt gern Geschichten, die nicht immer stimmen. Man sollte seine Energie lieber in Dinge investieren, die wirklich zählen.

2024 waren Sie Teil der RTL-Show „Die Verräter – Vertraue Niemandem!“. Was hat Sie gereizt, daran teilzunehmen – und was haben Sie daraus mitgenommen?

Dana Schweiger Ich fand das Konzept spannend und ein bisschen unheimlich – genau das hat mich angezogen. Gelernt habe ich: Vertraue niemandem … außer Bruce Darnell!

Sie haben vier Kinder großgezogen. Welche Werte wollten Sie ihnen mitgeben?

Dana Schweiger „Teilen ist Fürsorge.“ – Hilf, wenn du helfen kannst, auch mit einem Lächeln, einem freundlichen Wort oder einer Umarmung. Bitte und Danke zu sagen ist selbstverständlich und Respekt – sich selbst und anderen gegenüber – ist das Wichtigste.

Nach Ihrer Rückkehr in die USA waren Sie weiter zwischen den Kontinenten unterwegs. Wie gestalten Sie heute Ihr Familienleben über die Distanz hinweg?

Dana Schweiger Es war schön, meiner Tochter den Raum zu geben, einfach sie selbst zu sein – ohne „Emma, die deutsche Schauspielerin“. In Kalifornien konnte sie ein ganz normales Teenagerleben führen. Die Entfernung zu meinen drei älteren Kindern fiel mir schwer, aber wir haben jede Ferien in Deutschland verbracht. Gleichzeitig hatte ich in Kalifornien endlich Zeit für meine Eltern und meine Schwester – das war sehr besonders.

Wo sehen Sie sich in den nächsten fünf Jahren – persönlich wie beruflich?

Dana Schweiger Ich habe immer diesen Gedanken vom Bauernhof im Kopf – mit Tieren, vielleicht Pferden. Wer weiß, wohin das führt!

Gibt es Projekte, die Sie noch verwirklichen möchten?

Dana Schweiger Ich liebe Vintage-Design, Möbel, Innenarchitektur, klassische Autos und das Reisen. Irgendwo zwischen diesen Leidenschaften werde ich mich bestimmt wiederfinden.

Sie leben zwischen den USA und Deutschland. Welche Bedeutung hat dieser bi-kontinentale Lebensstil für Sie?

Dana Schweiger Ich liebe meine Familie und Freunde in den USA, besonders die Natur. Mehrmals im Jahr besuche ich meine Eltern in meiner Heimat Seattle. In Kalifornien genieße ich die Berge bei meiner Freundin Debbie, reite mit den Pferden durch die Landschaft und verbringe Zeit am Fluss. Vielleicht endet es irgendwann in einem kleinen Farmhaus in Ojai – dann wäre ich rundum glücklich.

Keine Bühne, kein Filter. Dana Schweiger im direkten Austausch mit OPIUM-Herausgeber Gunnar Henke.

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